Geschichte

© Janheinz Jahn-Archiv Berlin Ulla Schild und Janheinz Jahn. © Janheinz Jahn-Archiv Berlin Regal mit Literatur aus der Karibik Tagungsband zum 1. Janheinz Jahn-Symposium (1975) Ulla Schild. © Janheinz Jahn-Archiv Berlin Poster zum 8. Janheinz Jahn-Symposium (2004)

Die Geschichte der Jahn-Bibliothek – und darüber hinaus die Geschichte von afrikanischer Literatur in Deutschland – ist untrennbar mit Janheinz Jahn und Ulla Schild verbunden, deren Begeisterung für zeitgenössische afrikanische Literaturen und deren ausgeprägtem Forscherdrang und Sammeleifer die Jahn-Bibliothek einen großen Teil ihres nahezu einzigartigen Bestandes verdankt.

Nach seiner prägenden Begegnung mit Léopold Sédar Senghor im Jahr 1951 begann Janheinz Jahn, Literatur schwarzer Dichterinnen und Dichter aus aller Welt bibliografisch zu erfassen, aber auch in einer privaten Sammlung zusammenzutragen. Mehrere Jahre lang wurde er dabei von Claus Peter Dressler, einem ausgebildeten Bibliothekar, unterstützt.

Nach Janheinz Jahns Tod im Oktober 1973 setzten sich E.W. Müller und Gerhard Grohs als Professoren am damaligen "Institut für Ethnologie" der Johannes Gutenberg-Universität Mainz dafür ein, Janheinz Jahns private Sammlung "neo-afrikanischer" Literatur einschließlich eines dazugehörigen Katalogs für ihr Institut zu erwerben. Diese Bemühungen waren schließlich erfolgreich. Im Dezember 1974 bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft den Ankauf der sogenannten "Bibliothek Janheinz Jahn" aus Sondermitteln des Stifterverbandes für die Deutsche Wirtschaft.

Anfang 1975 wurde die "Janheinz Jahn-Bibliothek für moderne afrikanische Literatur" eingerichtet. Zur wissenschaftlichen Betreuung und Erweiterung der Sammlung wurde eine neue Mitarbeiter-Stelle am Institut geschaffen und mit Ulla Schild, Janheinz Jahns langjähriger Mitarbeiterin und Partnerin, besetzt.

Bereits vom 7. bis 8. April 1975 fand, zur Erinnerung an Janheinz Jahn, das erste der nach ihm benannten Janheinz Jahn-Symposien statt. Im Jahr darauf erfolgte die Publikation eines Teils der während des Symposiums gehaltenen Vorträge unter dem Titel Neo-African Literature and Culture: Essays in Memory of Janheinz Jahn (1976). Der Band wurde von Bernth Lindfors und Ulla Schild herausgegeben. Insgesamt war Ulla Schild an der Organisation von sieben Janheinz Jahn-Symposien beteiligt.

In den mehr als zwanzig Jahren ihrer wissenschaftlichen Leitung der Jahn-Bibliothek bis zu ihrem Tod im Februar 1998 hat Ulla Schild die Bibliothek zu einer international bekannten Forschungseinrichtung gemacht.

Nach dem vorzeitigen Tod von Ulla Schild war die mit der Leitung der Bibliothek verbundene Stelle zunächst vakant und wurde dann von PD Dr. Thomas Brückner (Mai 1999 bis Juli 2000) und anschließend (von September 2000 bis September 2002) von PD Dr. Thomas Geider vertreten. Seit Oktober 2002 ist Dr. Anja Oed Wissenschaftliche Leiterin der Bibliothek, die heute Jahn-Bibliothek für afrikanische Literaturen heißt.

Im Jahr 2004 wurden die Reihe der Janheinz Jahn-Symposien mit einem Symposium zur Produktion, Vermittlung und Rezeption von Literaturen in afrikanischen Sprachen wiederaufgenommen und 2008 mit einem Symposium zu afrikanischer Kriminalliteratur fortgesetzt.

Die heutige Sammlung der Jahn-Bibliothek baut auf Jahns ursprünglich privater Sammlung auf. Ihr Bestand ist seit 1975 kontinuierlich und, Jahns Sammelprinzip folgend, sprachübergreifend erweitert worden. Inzwischen wird allerdings fast nur noch Literatur afrikanischer Autorinnen und Autoren gesammelt (einschließlich der relevanten Sekundärliteratur).

 

Literaturhinweise

Lindfors, Bernth und Ulla Schild (Hg.), 1976: Neo-African Literature and Culture. Essays in Memory of Janheinz Jahn. (Mainzer Afrika-Studien, 1). Wiesbaden: B. Heymann.

Müller, Ernst Wilhelm, 2006: "Reminiszenzen eines Betroffenen". In: Anna-Maria Brandstetter und Carola Lentz (Hg.): 60 Jahre Institut für Ethnologie und Afrikastudien. Ein Geburtstagsbuch. (Mainzer Beiträge zur Afrikaforschung, 14). Köln: Rüdiger Köppe, 63-85.

Oed, Anja, 2006: "Literaturen in afrikanischen Sprachen und die Jahn-Bibliothek für afrikanische Literaturen". In: Anna-Maria Brandstetter und Carola Lentz (Hg.): 60 Jahre Institut für Ethnologie und Afrikastudien. Ein Geburtstagsbuch. (Mainzer Beiträge zur Afrikaforschung, 14). Köln: Rüdiger Köppe, 163-177.

© Anja Oed

 

Wir danken dem Janheinz Jahn-Archiv Berlin herzlich für die freundliche Kooperation und für die Erlaubnis, die obigen Fotos von Janheinz Jahn und Ulla Schild auf dieser Seite verwenden zu dürfen.